PROGRAMMBEREICH PERSPEKTIVE OST

PROGRAMMBEREICH
PERSPEKTIVE OST

Der Programmbereich Perspektive Ost beschäftigt sich mit Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Russland, dem Kaukasus und Zentralasien. Wir wollen die (außen)politischen Beziehungen Deutschlands und Europäischen Union zu den Ländern dieser Region verstehen, erklären und mitgestalten. Dazu betrachten wir Außenpolitik aus einer Vielzahl regionaler, thematischer und (inter)disziplinärer Perspektiven.

Wir stellen kleine Fragen und auch ganz große: Wie kann Deutschland die demokratische Entwicklung in Osteuropa konstruktiv unterstützen? Welche internationalen und regionalen Foren sind geeignet, um die Beziehungen den Ländern dieser heterogenen Region zu gestalten? Und wie kann Außenpolitik verschiedene Zielstellungen in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft aber auch Entwicklung und Menschenrechte miteinander verbinden? Dabei interessieren wir uns sowohl für das formalpolitische Geschehen als auch für darüber hinausgehende gesellschaftliche Prozesse. Themen unseres Programmbereichs sind unter anderem die Beziehungen Deutschlands und der EU nach Osten, Zivilgesellschaft und Kultur, gesellschaftspolitische Bewegungen und Transformationsprozesse.

Zu den Prinzipien unserer Arbeit gehört, dass wir diese Perspektiven gleichberechtigt betrachten und ernst nehmen. In der Gewichtung unterschiedlicher Standpunkte ebenso wie in der direkten Zusammenarbeit mit Partner*innen aus der Region legen wir Wert auf Augenhöhe und Reziprozität. Wir machen uns unserer Eigenperspektive bewusst und interessieren uns ebenso für die Perspektiven aus unserer Zielregion: welche Blickwinkel, Interpretationen, Narrative zeichnen sich dort ab? Wie sehen so unterschiedliche Länder wie Polen, die Moldau, Georgien, Russland oder Kasachstan Deutschland und Europa?

In der Auseinandersetzung mit Ländern dieser diversen, aber oft als “post-sowjetisch” pauschalisierten Region möchten wir Klischees überwinden und stattdessen einen differenzierten Blick nach Osten werfen. Wir möchten mit Menschen reden, statt nur über sie, und besonders junge Stimmen zu Wort kommen lassen. Damit wollen wir den politischen Diskurs in Deutschland, Europa und unserer Zielregion über die politischen Eliten hinaustragen und zum Gegenstand eines zivilgesellschaftlichen Austauschs machen. 

Dazu legen wir ein besonderes Augenmerk auf die innenpolitischen Haltungen und Diskussionen in den Ländern unserer Zielregion, sowohl in Bezug auf die eigene als auch auf die deutsche und europäische Außenpolitik. Diese Perspektiven wollen wir auch in den hiesigen wissenschaftlichen und politischen Betrieb einbringen. Gängige Aufteilungen, etwa in einen „Osten“ und einen „Westen“, möchten wir infrage stellen und verwenden sie gegebenenfalls mit der notwendigen analytischen Genauigkeit.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, den Programmbereich mitzugestalten und Themen und Projektvorschläge einzubringen! 

Wir treffen uns etwa alle vier Wochen in Berlin und freuen uns immer über neue Gesichter.

Auch außerhalb Berlins könnt ihr euch einbringen: alle vier Wochen sehen wir uns digital auf Skype. Schreibt uns, wenn ihr dazu kommen wollt!

DU WILLST MITGESTALTEN? Dann melde dich einfach bei…

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Julia Baumann

E-Mail: julia.baumann@polis180.org

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Luisa Podsadny

E-Mail: luisa.podsadny@polis180.org

UNSERE PROJEKTE

DIASPORA!

Die neue Serie über junge Menschen in Deutschland, die sich aus Gruppen nationaler Minderheiten heraus engagieren.

„Ende 2018 waren rund 10,9 Millionen Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst“, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) im April 2019 mit. Das Bundesamt weiß, wie viele Männer und Frauen mit ausländischem Pass in Deutschland leben, wie alt sie sind und wie lange sie bereits hier leben. Fotos oder Geschichten gibt es keine, der Blick in die Herkunftsländer fehlt.

Wer an dieser Stelle anmerkt, das sei schließlich nicht die Aufgabe des Statistischen Bundesamtes, hat sicher recht. Genauso wahr ist es aber, dass nüchterne Zahlen im Alltag oft komplexe Biografien von Menschen verdecken, die neben Deutschland noch andere Länder als ihre Heimat verstehen – oder Begriffe wie „Heimat“ und „Diaspora“ aus der eigenen Erfahrung heraus grundsätzlich ablehnen.

In unserer neuen Videoserie stellen wir euch ab sofort regelmäßig junge Menschen vor, die sich einmischen und ihren Stimmen über Statistiken und Klischees hinaus Gehör verschaffen. Wir suchen den Dialog auf individueller Basis und in enger Absprache mit den ProtagonistInnen, die sich und ihre Anliegen vorstellen. Daraus ergibt sich kein Gesamtbild dessen, was „Diaspora“ in Deutschland bedeutet – vielmehr wird die Vielfältigkeit und teils Widersprüchlichkeit individueller Biografien wie auch gesellschaftlicher Diskurse deutlich.

Mehr Informationen und die einzelnen Folgen findet ihr hier.

POLIS KOCHT!

70 Jahre NATO – eine Bilanz aus osteuropäischer Sicht

Das 70. Jahresjubiläum der NATO und die jüngste öffentliche Debatte zum Zustand der Allianz haben wir am 30. November 2019 zum Anlass genommen, Bilanz zu ziehen. Aus osteuropäischer Perspektive haben wir gemeinsam mit dem polnischen Generalkonsul Andrzej Osiak bei Piroggen, Vinegret und Mizeria diskutiert, wie die NATO heute in Mittelosteuropa wahrgenommen wird und welchen Beistand das Bündnis zur Sicherheit der Region leisten kann.

Der Umgang mit Russland und die Entwicklung der Allianz an ihren östlichen Grenzen standen dabei im Mittelpunkt. Für die mittelosteuropäischen und baltischen Allianzmitglieder, wie u.a. Polen, ist die von Russland wahrgenommene Bedrohung zentrales Anliegen.

Angesichts des bevorstehenden NATO-Gipfels am 3. Dezember in London sprachen wir auch über die zahlreichen internen Herausforderungen des Bündnisses. Die andauernde Grundsatzdebatte der Allianz über die Klassifizierung der Bedrohungen und strategischer Ausrichtung ist nicht zuletzt Folge interner Differenzen in der Einstufung von Gefahren und Wahrnehmungen von Sicherheit.

Abschließend ging es auch um die Perspektive der weitervoranschreitenden NATO-Osterweiterung mit den kürzlichen Beitritten Montenegros und Nordmazedoniens. Die Hoffnungen der Ukraine und Georgiens hingegen bleiben vorerst offen.

 


 

POLIS TEATIME

Taking Stock of Moldova’s ‘Old New’ Government

19 November 2019 | 18.30 – 20:30

with Dr. Cristina Gherasimov

We are glad to invite you to our next Polis Teatime on “Taking Stock of Moldova’s ‘Old New’ Government” with Dr. Cristina Gherasimov (DGAP).

This discussion is definitely even more timely than we thought. On November 12, 2019 the Moldovan government under Prime Minister Maia Sandu has been dismissed after losing a non-confidence vote in the parliament. Sandu aimed at amending the new law on the Prosecutor General in order to shield the appointment process from political interests. This led to strong opposition by Sandu’s coalition partner, the Moldovan Socialist Party, who eventually decided to terminate the government with support of the Democratic Party.

The government – consisting of both pro-European and pro-Russian parties – was just elected in June 2019 after months of political deadlock and a constitutional crisis. This ended the almost one decade-long rule of the Democratic Party, which was widely associated with systemic corruption, disrespect for the rule of law and lacking acceptance of democratic principles. The in new old rather unusual coalition of the pro-Russian Socialist Party and the pro-European, former opposition bloc ACUM promptly initiated the so-called “de-oligarchization” of the country, enjoying support from the European Union as well as Russia. After years of domination by oligarchic interests, the new government raised hopes to eventually embark on a substantial reform process to democratize the country, improve its economic outlook and fight corruption.

Now, not even after six months, Moldova is confronted yet again with political uncertainty and instability sending “worrying signals for the reform process in the country” according to EU spokeswoman for EU Foreign Affairs & Security Policy Maja Kocijancic. We want to understand which factors led to the dismissal of Sandu’s government? What are the internal party power dynamics? What has the Sandu government achieved regarding Moldova’s reform process in the past months? What were the biggest constraints to reforms? What happened with the former political elite in the meantime and have the state institutions really been de-politized? And most importantly: What can we expect to happen next? We are happy to have Dr. Cristina Gherasimov, research fellow at DGAP and expert on political transformation processes in Eastern Europe with us, who will share her knowledge and expertise on the socio-political situation in Moldova.

As a grassroots think tank Polis180 wants to enable the young generation to participate in political discourse. Thus, our Polis Teatimes will focus on your questions and ideas! Please feel free to enjoy tea, coffee and snacks for thought.


About our expert:

Dr. Cristina Gherasimov is a research fellow at the Robert Bosch Center for Central and Eastern Europe, Russia, and Central Asia at the German Council on Foreign Relations (DGAP). Her work is focussing on Central and Eastern Europe. Topics she is interested in are ranging from good governance, anti-corruption policies, European integration and the Eastern Partnership to democratic backsliding and political elites.

Before she joined DGAP in 2018, Gherasimov had worked among others for Transparency International, Chatham House and different universities, including the Rutgers University and ETH Zürich.

PROJECT: Ukrainomics

Enhance the Economic Debate in Ukraine!

Polis 180 and VoxUkraine (Kyiv) are implementing a project aiming at broadening and intensifying the economic debate in Ukraine. The Revolution of Dignity and War in Donbass have become a catalyst for serious transformations in society. However, Ukraine still lacks an intensive public discussion of the shortcomings and benefits of the proposed reformist course and its possible alternative options. An evidence-based analysis and an in-depth debate about economic and social policy will improve the quality of economic decisions in Ukraine and have a positive impact on the welfare of millions of Ukrainians. And it is crucial in terms of involving the population in the reform process.

Within the framework of two workshops in Berlin and in Kyiv, we strive to look at the key problems of the Ukrainian economy from different perspectives, reasonably consider all the pros and cons of specific decisions, and introduce project participants to new economic concepts and debates.


  • Project term: 01 September 2018 – 31 December 2019
  • For more information on this project click here.

POLIS KOCHT!

Die Westbalkan-Staaten nach den EU-Wahlen

Am 29. Juli haben wir gemeinsam den Blick in die unmittelbare europäische Nachbarschaft gerichtet: die Westbalkan-Staaten Nordmazedonien, Albanien, Serbien, Montenegro, Bosnien und Kosovo. Zusammen mit Thomas Ossowski diskutierten wir insbesondere, welchen Einfluss der Ausgang der Europawahlen auf die Beziehungen zur EU hat. Dazu gab es u.a. Ajvar, Burek & vegetarische Cevapcici.

Unser Fazit: Die Erweiterungsdebatte innerhalb der EU muss in den europäischen Gesamtkontext eingeordnet werden. Hierbei gilt es, die Perspektive aller EU-Mitgliedstaaten miteinzubeziehen, die teilweise sehr unterschiedliche Meinungen zur potentiellen EU-Erweiterung haben. Um die jeweiligen Beweggründe der Mitgliedstaaten nachvollziehen zu können, ist ein Blick in die innenpolitischen Gegebenheiten der einzelnen Länder unerlässlich. Die daraus resultierenden Sorgen bzgl. EU-Erweiterung müssen ernst genommen werden. Auch in Deutschland herrscht Uneinigkeit, wie mit der Erweiterungsdebatte umzugehen ist. Eine besonders positive Einstellung birgt auch das Risiko, bei Deutschlands wichtigstem Partner innerhalb der EU, Frankreich, anzuecken. Die Perspektive auf eine Mitgliedschaft ist in vielen (potentiellen) Bewerberstaaten ein wichtiger Anreiz, um interne Reformen voranzutreiben. Dies gilt insbesondere für die Bereiche der Rechtsstaatlichkeit, aber auch Wirtschaftsreformen sind nicht zu vernachlässigen. Mit einem Blick auf die aktuelle Gefährdung von Gewaltentrennung & Rechtstaatlichkeit in einigen EU-Mitgliedsländern ist es von besonderer Wichtigkeit, dass Reformen in den jeweiligen Ländern nachhaltig & dauerhaft umgesetzt werden. Die EU sollte Ihre Glaubwürdigkeit nicht gefährden, indem sie den Bewerberstaaten unrealistische Versprechungen macht. Wenn auch nicht kurzfristig, so sollte den Bewerberstaaten doch langfristig eine realistische Beitrittsperspektive gegeben werden. Dies ist auch insofern relevant, als dass der Balkan bereits von bspw. China & Russland umworben wird, und ein geopolitisches Kräftemessen in der Region vermieden werden sollte.


EVENT: „Ukraine in Histories and Stories“

Presentation and discussion of the book “Ukraine in Histories and Stories: Essays by Ukrainian Intellectuals” at ostPost Berlin, on October 16, 2019

The book “Ukraine in Histories and Stories: Essays by Ukrainian Intellectuals” is a collection of texts by contemporary Ukrainian intellectuals: writers, historians, philosophers, political analysts, opinion leaders. The texts have been written for an international audience. The collection combines reflections on Ukraine’s history (or histories) and analysis of the present, conceptual ideas and life stories. The book presents a multi-faceted image of Ukrainian memory and reality: from the Holodomor to Maidan, from Russian aggression to cultural diversity, from the depth of the past to the complexity of the present.

With us were:

  • Iuliia Skubytska: Ukrainian historian & expert at Internews Ukraine;
  • Vakhtang Kebuladze: Ukrainian philosopher;
  • Volodymyr Yermolenko: Ukrainian philosopher & editor at UkraineWorld.org.
  • Marieluise Beck, co-founder of the Zentrum Liberale Moderne

Mattia Nelles, Ukraine expert at the Centre for Liberal Modernity, hosted the evening.


PROJECT: #GEOEUvalues

Between a Rock and a Hard Place?

Georgian, German and French Perspectives on European Values and Euro-Atlantic Integration

Polis180, the Georgian Institute of Politics (GIP, Tbilisi) and Argo (Paris) implemented a joint project on European values and ways of better anchoring them in the Georgian and the EU’s societies. The European Union is being increasingly challenged by populist and Eurosceptic forces, and European values are clearly under threat in several EU member states. In Georgia, the Association Agreement with the EU is being implemented and the country is moving closer towards Europe in many ways. Nevertheless, challenges remain in the face of both external and internal threats, for instance regarding the safeguarding of human rights.

Thus, in the framework of their project #GEOEUvalues, Polis180, GIP and Argo examined: What are the main challenges to European values in Georgia and in the EU? What are European values in the first place? How can we foster European values in the EU and the Eastern Partnership countries? What is the relationship between European values and EU accession?


  • Project term: 01 June – 31 December 2018
  • For more information on this project click here.

© 2015-2018 Polis180 e.V. | Grassroots-Thinktank für Außen- und Europapolitik

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