Datum/Zeit
Date(s) - 01/12/2021
19:00 - 20:00

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Zoom-Call

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Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt im Kontext von Fluchterfahrungen

1. Dezember, 7-8 pm

via ZOOM

Frauen und LGBTQI* Personen haben oftmals besondere Fluchterfahrungen, die sich von denen männlicher Geflüchteter unterscheiden. Einige Fluchtursachen, wie beispielsweise Krieg, Gewalt oder die Zugehörigkeit zu einer verfolgten religiösen oder ethnischen Gruppe, teilen viele Gruppen. Auf der anderen Seite kann geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und LGBTQI* Personen  eine Ursache sein, die die Betroffenen  hauptsächlich zur Flucht bewegen oder als zusätzlicher Grund dazukommt. UNHCR merkt zudem an, dass in Kontexten gewaltsamer Konflikte und der Auflösung staatlicher Strukturen auch das Ausmaß geschlechtsbasierter Gewalt innerhalb von Gesellschaften zunimmt. 

Gefahren sind allerdings weder zeitlich noch regional begrenzt und enden nicht mit der Entscheidung zur Flucht. Die vulnerable Situation von Geflüchteten erhöht das Risiko für Menschenhandel und Verschleppung. Dies betrifft besonders Frauen und andere marginalisierte Gruppen, wie LGBTQI* Personen oder Kinder, die einem höheren Risiko von Menschenhandel  ausgesetzt sind. Ebenso erhöhen diese Umstände das Risiko, sexualisierte Gewalt zu erfahren – auch durch fehlende Schutzmaßnahmen und Strafverfolgung im Fluchtkontext. 

Das Ankommen im Aufnahmeland verändert diesen Umstand nicht. So belegen Studien bestehende Gefahren in Asylunterkünften in Deutschland. Auch das Deutsche Institut für Menschenrechte weist auf “erhebliche Defizite” im Gewaltschutz in Asylunterkünften hin. 

Es liegt auf der Hand, dass diese Missstände behoben und erforderliche Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen ergriffen werden müssen. In diesen Diskussionen  dominiert allerdings das Narrativ des “vulnerablen Opfers” als die gängige Darstellung von weiblich gelesenen Geflüchteten. Dies reduziert die Personen auf einen Zustand und überschattet die Individualität und Diversität, die jede geflüchtete Person in sich trägt. 

Vor diesem Hintergrund wollen wir im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Programme Gender und Internationale Politik sowie Migration von Polis180 diskutieren, wie man Schutz geben und sichern kann, ohne eine “Opferrolle” und “Vulnerabilität” als Fremdzuschreibungen zu konstruieren. Außerdem möchten wir darüber sprechen, welche Forderungen an die deutsche politische Entscheidungsträger*innen sich daraus ergeben.

Wir freuen uns diese Themen mit Ulrike Krause und Tatevik Dallakyan zu besprechen.

Ulrike Krause ist Juniorprofessorin für Flucht- und Flüchtlingsforschung am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien und am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück. Zudem ist sie Affiliated Research Associate am Refugee Studies Centre und am Oxford Department of International Development der University of Oxford. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im humanitären Flüchtlingsschutz, dem Konflikt-Flucht-Nexus sowie an der Schnittstelle von Gender und Flucht.

Tatevik Dallakyan ist Multiplikatorin für Gewaltschutz im Projekt „Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften (DeBUG)”. Das Projekt wird im Rahmen der “Bundesinitiative Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) gefördert und gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden umgesetzt.

Bei Interesse an unserer digitalen Veranstaltung meldet Euch gerne an. Den Zoom-Link und zusätzliche Informationen bekommt ihr dann per E-Mail zugeschickt. Bei Fragen schreibt gerne sophie.domres@polis180.org an. Wir freuen uns schon auf ein spannendes Gespräch und hoffen Euch dabei zu sehen!

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