Wer entscheidet das Rennen für sich? Donald Trump vs. Joe Biden – #RoutetoUS2020

Ende 2020 werden die AmerikanerInnen einen Präsidenten wählen. Nachdem wir die #RoutetoDemocrats2020 begleitet haben und die demokratischen Kandidierenden und Ihren Einstellungen miteinander verglichen haben, fokussieren wir uns jetzt auf das Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden. In verschiedenen Blogbeiträgen und Podcasts verfolgen wir den Wahlkampf und die Wahlen aus unserer außenpolitischen Perspektive. Wir fokussieren uns dabei auf den Wahlkampf aus deutscher Perspektive und seine Auswirkungen auf Deutschland und Europa. Also klickt euch durch unseren Kandiderenden-Check und die Positionen der Kandidierenden, um zu sehen wie Bidens Positionen im Vergleich mit seinen ehemaligen Gegner*Innen aussehen. Zu aktuellen Themen und anderen spannenden Einblicken, lest euch durch unsere Blogbeiträge und hört in unseren Podcast rein! 

Senat-Battleground-States

Die US-Senatswahlen stehen im Schatten der Präsidentschaftswahlen – aber zu Unrecht. Denn 2020 haben die Demokraten seit langem wieder eine realistische Chance auf eine Mehrheit im US-Senat. Und die Verhältnisse im Senat bestimmen den Verlauf der nächsten Präsidentschaft – egal ob Trump oder Biden.

Die entscheidenden Staaten sind Alabama, Arizona, Colorado, Georgia (2), Maine, Montana und North Carolina. Die Einschätzung beruht auf der Cook-Political Prognose, nähere Details zu den Senatswahlen auf dem PolisBlog.

7 der 8 am härtesten umkämpfsten Senatorenämter müssen im November von Republikanern verteidigt werden.

Amtsinhaberin:                               Martha McSally (R)

Herausforderer:                              Mark Kelly (D)

Cook-Political Prognose:               Toss Up

Mehr Details (Politico)

Martha McSally hatte bereits im letzten Zyklus (2018) versucht in den Senat gewählt zu werden, verlor jedoch gegen die Demokratin Kyrsten Sinema. Nachdem Tod von Senator John McCain nominierte Doug Ducey, der Republikanische Gouverneur, McSally für McCains Sitz, sodass sie wenig später neben Sinema für Arizona im Senat saß. 2020 muss McSally in einer special election jedoch gegen den äußerst beliebten Astronauten Mark Kelly antreten. Dieser ist über Arizona hinaus bekannt und nicht zuletzt mit ausgesprochen hohen finanziellen Mitteln im Wahlkampf aufgefallen.

Amtsinhaberin:                                   Susan Collins (R)

Herausforderin:                                  Sara Gideo (D)

Cook-Political Prognose:                   Toss Up

Mehr Details (Bangordailynews)

Susan Collins ist seit Jahrzehnten im Amt und steht für Kooperation (auch mit Demokraten) bei der sie sich nicht scheut, sich in der eigenen Partei unbeliebt zu machen. Sie stimmte beispielweise mit McCain gegen die Abschaffung von Obamas Gesundheitsreform. In den letzten Jahren stimmte sie jedoch gelegentlich auch mit den „Trump Anhängern“ ihrer Partei, z.B. bei der umstrittenen Bestätigung des wegen sexueller Belästigung beschuldigten Verfassungsrichter Brett Kavanaugh. Besonders diese wichtige Entscheidungen nehmen ihr viele Wählerinnen in Maine übel.

Amtsinhaber:______________             Cory Gardner (R)

Herausforderer:___________             John Hickenlooper (D)

Cook-Political Prognose:              Toss Up

Mehr Details (Denver Post)

Colorado und Maine sind die einzigen Staaten, die 2016 von Hillary Clinton  gewonnen wurden und in denen 2020 ein*e Republikanische Amtsinhaber*innen zur Wiederwahl stehen. Cory Gardner kam 2014 mit dem Ruf als moderater Republikaner ins Senatorenamt, näherte sich jedoch in seiner bisherigen Amtszeit immer mehr der politischen Linie von Präsident Trump an. 2019 stimmte er z.B. für den Ausruf des Nationalen Notstandes wegen der vermeintlich „gefährlichen Situation“ an der US-Grenze zu Mexiko. Sein diesjähriger Demokratischer Konkurrent, der ehemalige Gouverneur John Hickenlooper kandidierte 2019 noch für die Präsidentschaft, stieg nach einigen Rückschlägen aber auf die Senatswahlen in Colorado um.

Amtsinhaber:                                 Doug Jones (D)

Herausforderer:                             Tommy Tuberville (R) oder Jeff Sessions (R)

Cook-Political Prognose:              Lean Republican

Mehr Details (Vox)

Alabama stellt zum jetzigen Zeitpunkt den einzigen Staat dar, in dem die  Republikaner mit großer Wahrscheinlichkeit einen Demokratischen Amtsinhaber besiegen können. Im konservativen Alabama kam Doug Jones 2017 überraschend ins Amt, da der vorherige Senator Jeff Sessions unter Trump in die Position des attorney generals gewechselt ist. Für nationale Aufmerksamkeit sorgte die Senatswahl, da Jones Republikanischer Gegenkandidat Roy Moore wegen sexueller Belästigung von Minderjährigen vorbestraft war. Jones gewann nur äußerst knapp. Da dieser Sitz allerdings 2020 neu gewählt wird, muss sich Jones bei dieser Wahl voraussichtlich dem von Trump unterstützten ehemaligen Football Coach Tommy Tuberville stellen.

Amtsinhaber:                                Steve Daines (R)

Herausforderer:                            Steve Bullock (D)

Cook-Political Prognose:              Lean Republican

Mehr Details (MTPR)

Montana könnte für die Demokraten zu einem der wichtigsten Staaten in der diesjährigen Senatswahl werden. Zwar stimmte der Staat in den letzten Jahren häufiger für Republikaner und 2016 mit 56,2% für Donald Trump, jedoch ist der aktuelle Demokratische Kandidat Steve Bullock schon seit 2013 im Amt des Gouverneurs und durchaus beliebt in Montana. Nach Bullocks fehlgeschlagener Kandidatur für die nächste Präsidentschaft, entschied sich der ehemalige Professor seine Kandidatur für die diesjährige Senatswahl anzukündigen. Auch wenn die Cook-Political Prognose noch von einem Vorteil für Amtsinhaber Steve Daines ausgeht, messen andere Umfragen durchaus ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Montana könnte im November von enormer Bedeutung sein, da vor Bullocks Kandidatur keine aussichtsreichen Chancen auf einen Demokratischen Sieg in Montana existierten.

Special Election:

Amtsinhaberin:                                Kelly Loeffler (R)

Herausforderer:                              Doug Collins (R), Raphael Warnock (D), Matt Lieberman (D)

Cook-Political Prognose:                Lean Republican

Mehr Details (NPR)

Die special election für den Sitz des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Senators Johnny Isakson hat in der US Presse deutlich mehr Aufmerksamkeit, als die reguläre Senatswahl in Georgia auf sich gezogen. Favorit in diesem Rennen ist weder die Amtsinhaberin, noch einer der Demokratischen Herausforderer. Stattdessen rechnen die meisten Prognosen mit einem knappen Sieg von Doug Collins, einem von Trump unterstützten Republikaner. Collins machte sich schon nach Isaksons Rücktritt Hoffnung auf den Sitz, Gouverneur Brian Kemp entschied sich jedoch für die in der Finanzwelt tätige Kelly Loeffler. In dieser Wahl wird es keine Vorwahl geben und die beiden Kandidat*innen mit den meisten Stimmen werden sofern nicht einer von beiden über 50% bekommen hat, in eine Stichwahl im Januar gehen.

Regular Election:

Amtsinhaber:                                   David Perdue (R)

Herausforderer:                               Jon Ossoff (D)

Cook-Political Prognose:                Lean Republican

Mehr Details (NPR)

Amtsinhaber David Perdue wurde 2014 in den Senat gewählt und muss sich in dieser Wahl dem Filmemacher und Journalisten Jon Ossoff stellen. Ossoff kandidierte 2017 bereits für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus, verlor dieses Rennen jedoch knapp. Obwohl die Umfragen Perdue noch als Favoriten sehen, wurde sein Vorsprung stetig  weniger. Besonders durch die gleichzeitige special election und die mögliche Nominierung der in Georgia äußerst beliebten Stacy Abrams als Vizepräsidentin, könnte Georgia zu einem entscheidenden Staat in der diesjährigen Senatswahl werden.

Amtsinhaberin:                                 Thom Tillis (R)

Herausforderer:                                Cal Cunningham (D)

Cook-Political Prognose:                  Toss Up

Mehr Details (The Hill)

North Carolina wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach außerordentlich knapp. Amtsinhaber Tillis ist seit 2014 im Amt und muss sich 2020 dem Veteran Cal Cunningham stellen. Da die Senatsvorwahlen in North Carolina traditionell sehr früh stattfinden, hatten die Kandidaten bereits viel Zeit um Spenden und Unterstützung zu sammeln. Zwischen März und Juni gaben beide Kandidaten zusammen mit ihren Unterstützer*in rund $87 Millionen für politische Werbung aus. Tillis muss sich ähnlich wie Cory Gardner in Colorado häufig dafür erklären, wieso er entgegen seiner früheren Aussagen, 2019 für den Ausruf des Nationalen Notstandes gestimmt hat.

Blog

COVID-19 und die US-Wahl 2020

Im Schatten des Präsidenten: Die US-Senatswahl 2020

18. Juni 2020

Ein Beitrag von Henrik Hansen

Die US-Senatswahl steht im Schatten der Präsidentschaftswahl – aber zu Unrecht. Denn 2020 haben Demokraten*innen seit langem wieder eine realistische Chance auf eine Mehrheit im US-Senat. Und die Verhältnisse im Senat bestimmen den Verlauf der nächsten Präsidentschaft – egal ob mit Donald Trump oder ohne.

Machtanspruch als politisches Narrativ

29. Mai 2020

Ein Beitrag von Franziska Riel

Amerikanische Präsidentschaftskampagnen leben für gewöhnlich von Botschaften, die “Hope“ und “Change“ proklamieren. Derartige Narrative, die einen Machtanspruch auf das Weiße Haus legitimieren können, sucht man momentan vergeblich. Die Corona-Pandemie offenbart stattdessen leere Wahlkampfnarrative – während Donald Trump Selbstlob übt, sucht Joe Biden nach einer klaren Vision.

Die US-Wahl 2020

Mit erleuchtetem Vorbild voran?

03. Mai 2020

Ein Beitrag von Sylvia Wittmer und Julius Kerkhoff

Die evangelikal geprägte Neuinterpretation der US-Außenpolitik unter Pence und Pompeo: Wie uns die Auseinandersetzung mit den evangelikalen Werten der Mitglieder der Bibelstunde im Weißen Haus hilft, die US-Außenpolitik besser zu verstehen.

Kooperation trotz Radikalisierung? Transatlantische Überparteilichkeit im Trump-Zeitalter

21. November 2019

Ein Beitrag von Robert Fisher

Nicht erst seit Donald Trump bewegen sich die Parteiensysteme in Deutschland und den USA in entgegengesetzte Richtungen: Im Zuge asymmetrischer Polarisierung haben sich die US-Republikaner zunehmend radikalisiert, gleichzeitig streben die deutschen Parteien kollektiv in die Mitte. Überparteilichkeit in der transatlantischen Zusammenarbeit wird dadurch zunehmend erschwert. 

Podcast

Zwei alte Männer und eine Welle progressiver Energie. Doch der Kampf um das wichtigste Amt der Welt wird nicht nur mit harschen One-Linern gewonnen und Debatten-Highlights gewonnen. In Café Amerikana gibt das USA-Team von Polis80 den politischen Hintergrund zu täglichen Schlagzeilen. Die Wahl Trumps kam unerwartet? Das passiert nicht noch mal. In Interviews mit JournalistInnen, AkademikerInnen und PolitikerInnen bereiteten wir euch so gut vor, dass euch der nächste Präsident garantiert nicht überrascht.

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Kandidierenden-Check

Joe Biden

Alter: 76
Heimatort: Scranton, PA
Politische Stationen:

  • Vizepräsident unter Barack Obama (2008-2016)
  • Präsidentschaftskandidat (1988 und 2008)
  • Senator von Delaware (1973-2009)

Spiegel

JoeBiden.com

„If we don’t lead the world, someone else will.“

 

Bernie Sanders

Alter: 77
Heimatort: New York City, NY
Politische Stationen:

  • Senator von Vermont (seit 2007)
  • Präsidentschaftskandidat (2016)
  • Abgeordneter im Repräsentantenhaus (1991-2007)

Freitag

BernieSanders.com

„The U.S. must lead the world in improving international cooperation“

Michael Bloomberg

Alter: 78
Heimatort: Brighton, MA
Politische Stationen:

  • Bürgermeister von New York (2002-2013)

SZ

ZEIT

MikeBloomberg.com

„Restore global respect to the White House.“

 

Elizabeth Warren

Alter: 70
Heimatort: Oklahoma City, OK
Politische Stationen:

  • Senatorin von Massachusetts (seit 2013)
  • Special Advisor for the Financial Consumer Protection Bureau (2010-2011)

FAZ

ElizabethWarren.com

„It’s time for a foreign policy that works for all Americans, not just wealthy elites.“

Pete Buttigieg

Alter: 37
Heimatort: South Bend, IN
Politische Stationen: 

  • Bürgermeister von South Bend (seit 2012)
  • Kandidatur zum Vorsitz des DNC (2017)

ZEITOnline

TIME Magazine

PeteforAmerica.com

„We must reestablish trust in America’s Word

 

Amy Klobuchar

Alter: 59
Heimatort: Plymouth, MN
Politische Stationen:

  • Senatorin von Minnesota (seit 2007)

Washington Post

AmyKlobuchar.com

„Our frontline troops, diplomats and intelligence officers, who are out there every day risking their lives for our country, deserve better than foreign policy by tweet“

Kamala Harris

Alter: 54
Heimatort: Oakland, CA
Politische Stationen:

  • Senatorin von Kalifornien (seit 2017)
  • Generalstaatsanwältin von Kalifornien (2011-2017)

ZEIT Online

KamalaHarris.org

„America must fight alongside friends and allies – not alone“

Cory Booker

Alter: 50
Heimatort: Washington, D.C.
Politische Stationen:

  • Senator von New Jersey (seit 2013)
  • Bürgermeister von Newark (2006-2013)

FAZ

CoryBooker.com

„We must restore America’s social and moral leadership“

Fotos: Joe Biden (Official Senate Portrait),Kamala Harris (Official Senate Portrait), Elizabeth Warren (Official Senate Protrait), Bernie Sanders (Official Senate Protrait),
Pete Buttigieg (Official Campaign Website), Cory Booker (Official Senate Protrait), Amy Klobuchar (Official Senate Portrait),
Michael Bloomberg (Official Campaign Potrait)
Flagge der USA (Wikipedia)/
Auswahl und Reihenfolge: Real Clear Politics Poll 27.02.2020

Die Positionen auf einen Blick

Joe Biden

Durch seine Amtszeit als US-Vizepräsident ist Biden der profilierteste Kandidat unter den demokratischen Kandidierenden in Bezug auf Außenpolitik. Biden will Diplomatie als das wichtigste Instrument US-amerikanischer Außenpolitik etablieren. Sein Ziel ist ein multilateraler “Gipfel für Demokratie” mit drei großen Aufgabenfeldern: der Kampf gegen Korruption, die Verhinderung des Aufschwungs von autoritären Regimen und die Förderung der Menschenrechte. Außerdem setzt er sich für einen stärkeren Fokus der USA auf internationale Abkommen, wie den Iran-Deal und das Pariser Klimaabkommen, ein.

USA-EU: Biden setzt sich für eine Stärkung des US-Verhältnisses zu den NATO-Staaten ein und bezeichnet die NATO als das wichtigste Militärbündnis der Geschichte. Er spricht er sich für eine Stärkung der US- und EU-Cyberabwehr aus und hält eine Osterweiterung der NATO, bspw. um die Ukraine und Georgien, als entscheidend, um den russischen Einfluss auf die EU zu verringern. Generell befürwortet Biden eine stärkere Zusammenarbeit der USA und Europa als Front gegenüber Russlands. 

USA-China: Biden sieht den Aufstieg Chinas als Gefahr und kritisiert besonders die Handelspraktiken Chinas im Wettkampf um neue Technologien. Trumps aggressives Verhalten gegenüber China sieht er aber als kontraproduktiv. Er hält ein Allianz der westlichen Staaten gegen China für das bessere Mittel. Biden spricht sich für gezielte wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen gegen China aus, unter Beachtung internationaler Handelsgesetze. Im pazifischen Raum möchte er die USA wieder als starkes Gegengewicht zu China etablieren und die Beziehungen zu den Anrainerstaaten ausbauen.

USA-Russland: Biden ist ein starker Kritiker des russischen Präsidenten Putin und sieht besonders den Einfluss Russlands auf die EU und die US-Wahlen 2016 als gefährlich. Er unterstützt die Sanktionen gegen Russland und die militärische Hilfe der USA für die Ukraine. Zur gleichen befürwortet er neue Waffenkontrollabkommen mit Russland, zur Abrüstung der Nuklearwaffenarsenale.

Biden sieht Klimawandel als die größte Gefahr für die US-amerikanische Sicherheit. Er befürwortet wie Sanders und Warren den Green New Deal. Sein Plan verspricht Netto-Null-Emissionen der US-Wirtschaft bis 2050. Außerdem möchte er 1,7 Billionen US-Dollar in erneuerbare Energien investieren und dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten. Wie Bloomberg möchte er Handelspolitik einsetzten, um die den Klimaschutz zu fördern, beispielsweise durch Zölle auf den Import von Produkten mit großem CO2-Fußabdruck.

Bernie Sanders

Senator Sanders steht internationalen Institutionen, besonders militärischen Bündnissen kritisch gegenüber, möchte aber die zivile internationale Kooperation im Vergleich mit Trump wieder stärker forcieren. Sanders positioniert sich stark gegen militärische Interventionen der USA und möchte als Präsident die US-Truppen aus Afghanistan, dem Irak und Syrien abziehen. Sanders befürwortet den sogenannten „Atomdeal“ mit dem Iran und setzt sich auch global für den Abbau von Nuklearwaffen ein.

USA-EU: Sanders ist ein Befürworter der Demokratie und demokratischen Institutionen. Er will sich mit “pro-demokratischen” Nationen wie den europäischen Staaten für den Erhalt und die Stärkung der Demokratie und den Menschenrechten weltweit einsetzen. Sanders unterstützt die NATO und die US-Mitgliedschaft in dieser, will aber, dass alle ihre monetären Verpflichtungen vollständig erfüllen. 

USA-China: Senator Sanders ist gegen ein Freihandelsabkommen mit China. Er befürwortet einen strengen Umgang mit China, insbesondere auch um den Erhalt der US-amerikanischen Industrie zu sichern, aber auch aufgrund der dortigen Verletzungen der Menschenrechte und den Umgang Chinas mit Tibet. 

USA-Russland: Senator Sanders positioniert sich sehr stark gegenüber russische Aggressionen. Er befürwortet ein internationales Sanktionsregime gegenüber Russland und will ein nukleares Wettrüsten mit Russland verhindern. Des Weiteren möchte er Russland für ihren Einfluss auf die US-Wahl 2016  zur Verantwortung ziehen.

Klimapolitik: Bernie Sanders bezeichnet den Klimawandel auf seiner Kampagnen-Website als größte Gefahr für unseren Planeten. In seinem Green New Deal plant er die Energieversorgung der USA zu 100% auf erneuerbare Energien umzustellen. Dadurch möchte er 20 Millionen neuen Arbeitsplätze schaffen und so die Arbeitslosigkeit verringern. Auch auf globaler Ebene möchte Sanders den Klimaschutz vorantreiben und plant einen Beitrag von 200 Milliarden US-Dollar für den Green Climate Fund der Vereinten Nationen. Dem Pariser Klimaabkommen möchte Sanders wieder beitreten. Neben einem Exportstopp für Rohöl, Gas und Kohle setzt er sich auch für ein Verbot von Fracking und dem Abbau von Kohle ein.

Mike Bloomberg

Bloomberg ist ein entschiedener Befürworter der Diplomatie und multilateraler Kooperation. Er setzt sich für eine  finanzielle Ausstattung des Außenministeriums (State Department) und der amerikanischen Entwicklungshilfeorganisation (USAID) ein. Er plant das US-Truppenkontingent in Afghanistan verringern und ein Abkommen mit den Taliban schließen. Bloomberg schließt militärische Interventionen der USA in bestimmten Fällen nicht aus, bspw. zur humanitären Intervention oder um globale Ölreserven zu sichern.

USA-EU: Bloomberg kritisiert den zu geringen finanziellen Beitrag der europäischen NATO-Mitgliedstaaten. Er spricht sich gegen den Bau von Nord-Stream II aus, da es den russischen Einfluss auf die EU vergrößern würde.

USA-China: Bloomberg ist ein Gegner von Trump’s sogenanntem “Handelskrieg” mit China, der nach seinen Aussagen die US-Wirtschaft schwächt und Arbeitsplätze kostet. Stattdessen befürwortet Bloomberg engere wirtschaftliche Beziehungen zu China. Dies hängt für ihn aber von der chinesischen Anerkennung der Unabhängigkeit Hongkongs ab.Besonders im Bereich des Klimaschutzes lobte er die chinesischen Bemühungen. Von intensiverem Handel mit China erhofft sich Bloomberg außerdem eine Öffnung Chinas. 

USA-Russland: Bloomberg kritisiert die Nähe Trumps zu Putin und seinen Umgang mit der russischen Einflussnahme auf die US-Wahl in 2016. Er befürwortet einen umfangreicheren Fokus auf Cybersicherheit in den USA, um weitere russische Manipulation zu verhindern. Außerdem befürwortet Bloomberg neue Verhandlungen mit Russland zum Abbau von Waffenarsenalen. Er möchte die Sanktionen gegenüber Russland aufrechterhalten und die Ukraine weiterhin mit militärischer Hilfe unterstützen.

Bloomberg setzt sich seit vielen Jahren, auch bereits als Bürgermeister von New York, für globalen Klimaschutz ein. Klimaschutz ist seine Priorität in der Innen- und Außenpolitik. Er möchte die US-Energieversorgung bis 2050 auf erneuerbare Energien umstellen. Hierfür plant er die Schließung aller Kohlekraftwerke bis 2030. Auch mit Subventionen und weiteren finanziellen Hilfen möchte er die Forschung und den Bau von erneuerbaren Energien vorantreiben. Die Klimapolitik von Präsident Trump möchte er weitestgehend rückgängig machen. Unter anderem sieht sein Plan die Rückkehr der USA zum Pariser Klimaabkommen und eine Erhöhung der US-Finanzbeiträge zum UN Green Climate Fund vor. Bloomberg fordert, internationale Abkommen zu nutzen, um Druck auf Länder auszuüben, die sich nicht an die Ziele des Pariser Klimaabkommens halten.

Elizabeth Warren

Warren möchte diplomatische Maßnahmen vor militärische setzen und plant deshalb den Rückzug der US-Truppen aus dem Ausland und eine Reduktion der Militärausgaben. Außerdem möchte sie den diplomatischen Dienst ausbauen, z.B. durch Stipendien für unterprivilegierte Schichten und Minderheiten, um die Diversität zu erhöhen, und neue Botschaften in der Pazifik-Region eröffnen.  

USA-EU: Warren befürwortet die US-Mitgliedschaft für die NATO, allerdings spricht sie sich, wie die meisten demokratischen Kandidierenden, dafür aus, dass die europäischen Partner ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen.  

USA-China: Warren steht den Handelsmaßnahmen Trumps gegenüber China positiv gegenüber und warnt vor den Gefahren der chinesischen Wirtschaftsmacht. Sie setzt sich bezüglich der Unabhängigkeit Hongkongs für stärkeren Druck der USA auf China ein. Auch in Bezug auf die Arbeitslager für Uiguren in Westchina, spricht sich Warren für Sanktionen gegen China aus.

USA-Russland: Warren wirft Russland vor Demokratie zu untergraben durch insbesondere Desinformationen und Cyberangriffe. Sie ist für Sanktionen gegenüber Russland und will diese nicht wieder in die G7 aufnehmen, solange Russland Kontrolle über die Krim behält und sich nicht an demokratische Werte hält. Trotzdem will sie mit Russland im Bereich der Rüstungskontrolle zusammenarbeiten und z. B. New Start verlängern.

Warren bezeichnet den Klimawandel als existenzielle Bedrohung. Um den Klimawandel zu bekämpfen, plant sie eine Mobilisierung nationaler Ressourcen, wie zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Warren ist eine der ersten Unterstützerinnen des Green New Deal und möchte laut ihrem eigenen Klimaschutzplan in den nächsten zehn Jahren zwei Billionen US-Dollar in den Klimaschutz investieren. Außerdem möchte sie dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten und die dort festgeschriebenen Verpflichtungen der USA erhöhen. Warren spricht sich für den Erhalt bereits bestehender Atomkraftwerke aus, möchte aber keine neuen Kraftwerke bauen.

Pete Buttigieg

Buttgieg setzt die Klimapolitik als einen starken Eckpfeiler seines Wahlkampfes. Er sieht außerdem die Probleme des amerikanischen Handelsisolationismus und vertritt die Meinung, lieber einen fairen Wettbewerb mit China zu führen, da dies auch für die amerikanische Wirtschaft profitabler wäre. Außerdem erkennt er Russlands xenophobische Tendenzen an und erwartet eine starke Linie gegen Russlands Aggressionen in der Ukraine.

USA-EU: Buttgieg befürwortet ein Aussöhnen mit den NATO Staaten.

USA-China: Buttgieg kritisiert Trumps wirtschaftlichen Isolationismus und ist ein starker Gegner davon. Er plädiert für einen fairen Wettbewerb mit China und außerdem dafür, dass jedes neu geschlossene Handelsabkommen vor allem nachhaltig für amerikanische Arbeiter sein muss. Buttgieg würde sich für ein neues Handelsabkommen einsetzen, dass die USA wieder als Hegemon einsetzt und den Zugang zum asiatischen Markt leichter zugänglich machen. Außerdem unterstützt er Trumps überarbeitete Version von NAFTA (USA-Mexico-Kanada), da er die Vorteile darin für Farmer, Arbeiter und Konsumenten sieht.

USA-Russland: Buttgieg findet, dass die USA stark gegenüber Russlands ausländerfeindlicher und homophober Haltung auftreten muss. Vor allem wenn es um Annexion und die Ukraine geht fordert Buttgieg auch Einsatz von der NATO. Außerdem würde er die Sanktionen der Obama und Trump Administration aufrecht erhalten und die Ukraine weiterhin durch den Verkauf von Waffen unterstützen. Buttgieg vertritt außerdem die Meinung, dass das Ausmaß der russischen Manipulation in US-Politik selber untersucht werden müsste.

Buttgieg sieht Klimapolitik als einen fundamentalen Eckpfeiler und setzt sie sogar mit Demokratie und Menschenrechten gleich. In seinem Plan sieht er vor, dass bis 2035 keine Treibhausgase mehr durch die Gewinnung von Elektrizität freigesetzt werden und die USA bis 2050 abgasfrei ist. Geplant ist eine Karbon-Steuer, die den Bürgern den Ertrag durch eine direkte Dividende zurückerstattet. Dieser Plan würde die USA an die 2 Billionen US-Dollar kosten und voraussichtlich drei Millionen neue Jobs durch Umschulungen erschaffen, sowie eine neue Infrastruktur aufbauen. Unter diesem Schirm wäre auch der Plan für einen neue Bank, die, finanziert durch 250 Millionen US-Dollar, auf dem amerikanischen Festland andere auf Klimaschutz ausgerichtete Projekte unterstützen würde. Auch Buttgieg spricht sich für einen Erhalt von Atomkraft aus. Er würde auch dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten. Außerdem erwähnt er eine Klima-Corps der für Klimaschutz kämpfen würde.

Amy Klobuchar

Senatorin Klobuchar steht dem Umgang von Präsident Trump mit verbündeten Staaten und internationalen Abkommen, wie ihre MitbewerberInnen, kritisch gegenüber. Deshalb möchte sie die USA schnellstmöglich wieder in das Pariser Klimaabkommen und den Iran-Deal zurückführen. Wie Warren und Buttigieg, steht sie für einen Ausbau der US-Diplomatie und der US-Entwicklungshilfe.Ein weiteres wichtiges Thema für Klobuchar ist die globale Gesundheit und der Kampf gegen HIV/Aids und Ebola.  

USA-EU: Klobuchar möchte als Präsidentin prioritär die europäischen NATO-Staaten besuchen und das Bündnis wieder stärken. Sie setzt sich auch für die Osterweiterung der NATO um Georgien, Weißrussland und die baltischen Staaten ein.

USA-China: Klobuchar sieht China wirtschaftlich als die größte Gefahr für die nationale Sicherheit der USA. Sie unterstützt Trumps Zölle auf Stahl und Aluminium, steht aber dem Handelskrieg gegen China kritisch gegenüber. Laut Klobuchar schadet der Handelskrieg der US-Wirtschaft, besonders der Agrarindustrie. Im Umgang mit China setzt sie sich außerdem für einen stärkeren Fokus auf Menschenrechte ein.

USA-Russland: In der Beziehung zwischen den USA und Russland spricht sich Klobuchar für neue Verhandlungen zur Nuklearwaffenkontrolle und strengere Sanktionen aus. Die Regierung Putins sieht sie als große Gefahr für die amerikanische Sicherheit und setzt sich für einen Ausbau der militärischen Hilfen an die Ukraine ein.

Neben der Rückkehr der USA zum Pariser Klimaabkommen sieht Klobuchars Klimaplan eine Transformation der US-Energieversorgung vor, die Netto-Null-Emissionen bis 2050 bewirken soll. Klobuchar möchte über 1 Billionen US-Dollar in den Klimaschutz und erneuerbare Energien investieren und die staatlichen Subventionen für fossile Rohstoffe beenden. Sie befürwortet neben Atomkraft auch die sogenannte saubere Kohle um die Emissionen der USA zu verringern.

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