Generation Z(eitenwende):
Junge Perspektiven auf Außen- und Europapolitik
Wie blicken junge Menschen auf Deutschlands Rolle in der Welt und welche Perspektiven und Visionen haben jungen Menschen von Außenpolitik? In einer Zeit globaler Umbrüche, in der Innen- und Außenpolitik immer stärker ineinandergreifen, können die Sichtweisen junger Menschen entscheidende Impulse für die Zukunft der deutschen Außenpolitik setzen. Gleichzeitig sind ihre Perspektiven in außenpolitischen Debatten unterrepräsentiert. Umfragen belegen, dass junge Menschen in Deutschland die einzige Altersgruppe sind, die ein verstärktes internationales Engagement fordert. Während ältere Generationen häufig Werte wie Sicherheits- und wirtschaftspolitische Stabilität priorisieren, setzen viele Jüngere auf aktives Eintreten für Klima- und Menschenrechtsthemen sowie auf multilaterale Zusammenarbeit und europäische Kooperation. Zudem nehmen sie geopolitische Bedrohungen intensiver wahr.
Diese Repräsentationslücke wiegt schwer, da junge Menschen häufig weniger an überkommenen Paradigmen festhalten, sondern innovative und visionäre Ideen haben und sich so aktiv an einer Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik beteiligen könnten. Das Projekt Generation Z(eitenwende): Junge Perspektiven auf Außen- und Europapolitik möchte die Repräsentationslücke schließen, junge Perspektive sichtbar machen und in den politischen Diskurs einbringen.
Kontakt
Deine Ansprechpersonen für dieses Projekt:

Nila Sarabi
Projektmanagement

Lena Wittenfeld
Präsidentin Polis180

Etienne Höra
Präsident Polis180
Projektbausteine
Das Projekt gliedert sich in drei Phasen, die gemeinsam einen Beitrag für einen konstruktiven, inklusiven und faktenbasierten Diskurs zu Deutschlands Positionierung in der Welt leisten.

Grundlagenforschung
Gemeinsam mit d|part explorieren wir die Perspektiven und Einstellungen junger Menschen zur deutschen Außen- und Europapolitik vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Veränderungen. In Fokusgruppen möchten wir ein tieferes Verständnis dafür gewinnen, welche Bedrohungswahrnehmungen, Erwartungen und normativen Vorstellungen junge Menschen mit Blick auf Außen- und Sicherheitspolitik haben. Dabei steht insbesondere im Fokus, wie Fragen militärischer und nicht-militärischer Sicherheit, internationale Kooperation, europäische Integration sowie globale Machtverschiebungen von jungen Erwachsenen interpretiert werden und inwiefern sie sich durch politische Debatten angesprochen oder ausgeschlossen fühlen. Da junge Menschen keine homogene Gruppe darstellen, ermöglichen Fokusgruppen, heterogenen Perspektiven und Einstellungen sichtbar zu machen, in einen ersten Dialog zu bringen und mögliche Schnittmengen zu identifizieren.

Policy Labs
In insgesamt fünf ko-kreativen Policy Labs analysieren junge Teilnehmende gemeinsam mit Expert*innen die Ergebnisse aus den Fokusgruppengesprächen und entwickeln darauf basierend Impulse und Handlungsempfehlungen für die deutsche Außen- und Europapolitik.
Die Policy Labs richten sich an interessierte junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren. Sie finden jeweils als 1,5-tägige Workshops in Berlin an drei Wochenende im April und Mai statt. Es ist möglich an mehreren Policy Labs teilzunehmen, solang diese nicht zeitgleich stattfinden.
Datum: Sa., 25. April (10-17 Uhr) + So., 26. April (10-13 Uhr)
Ort: Oskar – Freiwilligenagentur Lichtenberg (Weitlingstr. 89, 10317 Berlin)
Expert*in: Helena Quis, Research Fellow und Expertin für Gesamtverteidigung und zivile Vorsorge beim Think Tank EDINA
Deutschland formuliert den Anspruch einer gesamtgesellschaftlichen Verteidigung. Wenn es um die Beteiligung der Gesellschaft an der Herstellung von Sicherheit geht, drehen sich aktuelle Diskurse aber meistens fast ausschließlich um die Wehrpflicht junger Männer. Dabei kann eine zeitgemäße Sicherheitspolitik nur im Zusammenspiel zwischen Staat und Gesellschaft gelingen – indem sie verschiedene soziale Gruppen inklusiv beteiligt, vorhandene Potenziale nutzt und anerkennt, den Blick auf ziviles Engagement weitet und dabei entstehende Lasten gerecht verteilt.
Datum: Sa., 09. Mai (10-17 Uhr) + So., 10. Mai (10-13 Uhr)
Ort: ProjectTogether | Karl-Liebknecht-Straße 34, 10178 Berlin
Expert*in: tba
Die Sicherheit offener, demokratischer Gesellschaften steht nicht nur militärisch unter Druck. Vielmehr werden sie durch das Zusammenspiel äußerer und innerer Bedrohungen destabilisiert – etwa durch politisch wirksame Desinformation, Sabotage kritischer Infrastrukturen, Cyberangriffe und andere hybride Angriffe. Um dieser Bedrohungslage zu begegnen, braucht es eine holistische Sicht auf Sicherheit und eine Verzahnung der Strukturen, die den verschiedenen Bedrohungen begegnen, im Zusammenspiel zwischen verschiedenen staatlichen Institutionen und der Gesellschaft. Dazu gehört, Zuständigkeiten, Fähigkeiten und Reaktionszeiten zu reflektieren und systematisch aufeinander abzustimmen sowie innovative Lösungsansätze zur Verteidigung zu entwickeln.
Datum: Sa., 09. Mai (10-17 Uhr) + So., 10. Mai (10-13 Uhr)
Ort: ProjectTogether | Karl-Liebknecht-Straße 34, 10178 Berlin
Expert*in: tba
Je größer die außenpolitischen Herausforderungen werden, desto wichtiger ist es, zivilgesellschaftliche Akteur*innen einzubeziehen. Das gilt auch für die Gestaltung von Außenpolitik, als ein Feld, das bisher unter einer besonders großen Repräsentativitätslücke leidet, u.a. durch einen inklusiven politischen Dialog, Partizipation und Repräsentation. Die Gesellschaft sollte aber auch kommunikativ stärker einbezogen werden, indem außenpolitische Entscheidungen transparent und verständlich vermittelt und begründet werden. Folglich nähert sich das Policy Lab der Frage nach der Inklusion von Zivilgesellschaft in zwei parallel stattfindenden Strängen an: Zum einen geht es um Fragen des Mitgestaltens der Gesellschaft, der Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft sowie um die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft. Zum anderen nimmt das Lab explizit das Konzept der feministischen Außenpolitik auf und die hierin verankerten Ideen des inklusiven Dialogs und der gerechten Partizipation.
Datum: Sa., 30. Mai (10-17 Uhr) + So., 31. Mai (10-13 Uhr)
Ort: ProjectTogether | Karl-Liebknecht-Straße 34, 10178 Berlin
Expert*in: tba
Angesichts der aktuellen Brüche im transatlantischen Verhältnis ist es zentral, Beziehungen zu anderen Ländern und Regionen der Welt zu stärken und auszubauen – in der europäischen Nachbarschaft, aber insbesondere auch mit middle powers wie Indien, Brasilien, Südafrika und Indonesien, aber auch Japan, Großbritannien und Südkorea. Hier besteht großes Kooperationspotenzial, vor allem auch in Bezug auf Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Gleichzeitig sind diese Beziehungen selbst vielfältig und oft herausfordernd; die Gründe reichen von unterschiedlichen politischen Systemen bis hin zu einer oft mangelhaften Aufarbeitung des europäischen Kolonialismus und einer kritischen Betrachtung des zugrundeliegenden eurozentrischen Weltbildes sowie fehlender Offenheit. Es gilt deshalb, bestehende Ansätze zu überdenken und globale Partnerschaften neu und auf Augenhöhe zu denken.
Weitere Infos folgen.

Dialog
Die Studienergebnisse sowie die Ergebnisse aus den Policy Labs werden publiziert und dienen als Anlass für öffentliche Diskussionsveranstaltungen mit Zivilgesellschaft, Politik und der breiten Öffentlichkeit.
Austausch und Netzwerk
Ein Sounding Board bestehend aus Expert*innen zu Außen- und Europapolitik sowie Jugendbeteiligung und Partizipation aus verschiedenen Stiftungen, NGOs und Think Tanks begleitet das Projekt. Wir teilen Erkenntnisse und nehmen Impulse aus dem Sounding Board auf, um das Projekt kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Sounding Board triftt sich in regelmäßigen Abständen. Wir möchten damit einen zivilgesellschaftlichen Austausch anregen und Synergien fördern.
Mitglieder des Sounding Boards
Lisa Höhn
Associate Partnerschaften
More in Common Deutschland
Jonathan Lehrer
Programm-Manager
Körber Emerging Middle Powers Initiative, The Berlin Pulse
Körber-Stiftung
Axel Ruppert
Experte für Fragen der sozial-ökologischen
Transformation sowie der resilienten Demokratie.
Annika Seidel
Projektmanagerin
Youth Civic Education
Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa
Alex Weber-Hermann
International Officer
Junge Europäische Föderalist:innen Deutschland
Melanie Weiser
Projektmanagerin
demokratische Wehrhaftigkeit & resiliente Demokratie
Das Progressive Zentrum
Dieses Projekt wird gefördert durch die Otto Wolff Stiftung.
