Populismus in Europa: Ein Lehrstück der Demokratie?

AfD, Brexit, Trump! Der Populismus ist nicht mehr nur auf dem Vormarsch. Er ist angekommen und zwar in der Mitte unserer Gesellschaft. Doch was lernen wir Europäer daraus? Es wird Zeit, das herauszufinden!

Ein Beitrag von Simon Terhorst

 

Die Momentaufnahme – Snapshot!

Am 9. November wurde es entschieden: Wider aller Erwartungen wird Donald Trump im Januar 2017 US-Präsident Barack Obama beerben. Mittlerweile realisieren nicht mehr nur Experten, welche gesellschaftspolitische Sprengkraft der Populismus als Kernstück von Wahlkämpfen und Meinungsbildung besitzt. In den USA wird nun ein Mann ins Weiße Haus einziehen, der ungeachtet seiner verbalen Eskapaden vor allem für eines steht: Extreme Polarisierung!

In Westeuropa stehen im kommenden Jahr gleich zwei weitere politische Schlüsselereignisse an: Die Präsidentschaftswahlen in Frankreich und die Bundestagswahlen in Deutschland. Je nach Ausgang könnte die politische Zukunft Europas danach ordentlich umgekrempelt werden. Genau wie Donald Trump verspricht der rechtspopulistische Front National und dessen deutsches Pendant, die AfD, eine radikale Abkehr von dem bisherigen Kurs der amtierenden liberal-demokratischen Regierungen.

Die Globalisierung und Weltoffenheit soll dem Nationalismus und Protektionismus weichen, während Prognosen über ökonomische und sozialpolitische Auswirkungen eines solchen historisch fast vergessenen Politikstils Horrorszenarien gleichkommen. Wohin treibt uns also der Populismus?

 

Gemeinsam Antworten finden – Let’s Go!

Eine potentielle Antwort auf diese Frage bietet ein Blick in die Geschichtsbücher. Immerhin haben die Europäer im 20. Jahrhundert bereits ihre eigenen Erfahrungen mit Populismus machen müssen. Eine von Ideologien getriebene Polarisierung in der Politik führte zur politischen Spaltung Europas und mündete im Zweiten Weltkrieg. Am Ende kostete dies Millionen von Menschen das Leben.

Doch soweit muss es nicht wieder kommen. Und wir können heute schon eine Besonderheit feststellen: Die Wahlbeteiligung in Europa steigt – sowohl bei den Landtagswahlen in Deutschland als auch bei den letzten Präsidentschaftskandidatenwahlen in Frankreich. Die Menschen interessieren sich offenbar sehr wohl für Politik, finden zusammen und tauschen sich aus. Erleben wir also das Ende oder die Wiederbelebung unserer europäischen Demokratien? Geht mit einer Renaissance von Hetzreden und gesellschaftlicher Spaltung womöglich auch ein Ende des Politikverdrusses einher? Welche Auswirkungen hat die unmittelbare Erfahrung von populistischer Politik in Europa auf unser Denken und Handeln? Und welche Erkenntnisse ziehen wir daraus?

Diesen Fragen wollen wir zusammen mit euch, liebe Leser und Leserinnen, nachgehen. Wir möchten einen konstruktiven Blick auf das Thema Populismus werfen. Denn wir glauben, dass der Gefahr einer Distanzierung verschiedener Bevölkerungsgruppen voneinander nur durch den Erhalt der kommunikativen Interaktion begegnet werden kann. Deshalb wollen wir mit euch kontroverse Diskurse führen, Antworten finden und Erkenntnisse gewinnen. Dazu wird am 11. Januar 2017 eine Fish-Bowl-Diskussion stattfinden, zu der Ihr herzlich eingeladen seid, um eure Ideen mit uns und unseren Experten diskutieren zu können. Wir planen kein einfaches Frage-Antwort-Spiel, sondern wollen jedem die Möglichkeit bieten, neben den Experten Platz zu nehmen und die Debatte aktiv und konstruktiv mitzugestalten.

Bis es soweit ist, wollen wir uns mit der Leitfrage Was lehrt uns Populismus? tiefergehend befassen und ein paar Denkanstöße liefern. Aus diesem Grund starten wir mit dieser Einleitung gleichzeitig unsere Blogreihe. Bis zur Diskussion im Januar werden in regelmäßigen Abständen Beiträge von Experten veröffentlicht, die von Polis180-Mitgliedern kritisch kommentiert werden. Dieser Input wird uns schließlich als Vorbereitung und inhaltliches Fundament für die Fish-Bowl- Diskussion dienen.

Wir sind gespannt auf euch und eure Ideen und erwarten schlicht Großes!

 

Der Beitrag stammt aus dem Programm EU und ist Teil der Populismus-Blogserie, für die sowohl Mitglieder von Polis180 als auch externe Experten Artikel verfassen.

Das Polis Blog ist eine Plattform, die den Mitgliedern von Polis180 zur Verfügung steht. Die veröffentlichten Beiträge stellen persönliche Stellungnahmen der AutorInnen dar. Sie geben nicht die Meinung der Blogredaktion oder von Polis180 e.V. wieder. Bildquelle: http://bit.ly/2fZYltw

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Simon Terhorst studiert Geschichte, Politik, Gesellschaft in Potsdam. Er beschäftigt sich mit europäischer Gesellschafts- und Zeitgeschichte und engagiert sich bei Polis180 im Programm EU.

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