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Date(s) - 31/05/2021
18:30 - 21:00

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Policy Kitchen: Klima

31.05.2021 | 18.30-21.00 | Zoom

Wie kann deutsche Außenpolitik widerstandsfähiger gemacht werden?  

2020 sollte ein Schlüsseljahr für die Wirksamkeit des Pariser Klimaabkommens werden. Die Pandemie brachte die internationale Klimapolitik jedoch ins Stocken. Mit der Bundestagswahl 2021 hat Deutschland die Chance, neue Dynamiken mitzugestalten und weltweit Ambitionen für mehr Klimaschutz zu stärken. Viele Herausforderungen stehen bevor: die EU will bis 2050 klimaneutral werden, Deutschland hat seine Klimaziele im letzten Jahr aber nur aufgrund des Lockdowns erreicht. Die Länder des Globalen Südens fordern verstärkt, dass mehr Gelder für Klimaanpassung ausgegeben und auch die Folgen der Pandemie berücksichtigt werden.  Die USA ist offiziell wieder Mitglied des Klimaabkommens – von ihnen sowie von China und der EU werden die wichtigsten Impulse bei der COP26 in Glasgow erwartet. Wir wollen uns damit auseinandersetzen, wie es mit der Klima- und Energiepolitik in Deutschland, in der EU und global weitergehen soll. Wie kann die Klimapolitik Deutschlands in Zeiten multipler Krisen widerstandsfähiger gestaltet werden? Wie kann Deutschland Klimadiplomatie gestalten? Wie können Fragen der sozialen Gerechtigkeit und der Energiesicherheit nachhaltig beantwortet werden? Gemeinsam wollen wir Handlungsempfehlungen aufstellen, die neue Impulse für die Klimapolitik der nächsten Bundesregierung geben.

Die Policy Kitchen ist ein innovatives Format, indem wir mit euch Handlungsempfehlungen für die Außenpolitik der neuen Bundesregierung crowdsourcen wollen. In unseren Breakout-Session könnt ihr gemeinsam mit Expert*innen darüber diskutieren.

Wo wollt ihr dabei sein?

1. Klimawandelanpassung und soziale Gerechtigkeit – Strategien im Kontext von Vulnerabilität und Resilienz

Die Klimakrise geht einher mit Veränderungen der Lebensbedingungen für Menschen. Wenn es der Staatengemeinschaft nicht gelingt, globale Klimaveränderungen durch die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu vermindern, wird das Klima in naher Zukunft weit reichende Wirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft haben. Forscher*innen gehen davon aus, dass selbst bei der Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 °C über dem vorindustriellen Niveau dauerhafte Klimaveränderungen auftreten werden, für die umfassende Anpassungsmaßnahmen erforderlich sind.

Die unvermeidbaren Folgen der Klimakrise treffen dabei einzelne Regionen, insbesondere Länder des globalen Südens besonders stark. Eine zeitgemäße Klimapolitik muss neben der Vermeidung von Treibhausgasen (mitigation) auch Strategien zur Anpassung (adaptation) und zur Unterstützung vulnerabler Länder und Bevölkerungsgruppen umfassen. Klimaanpassung sollte darauf abzielen, gesellschaftliche Kapazitäten zur Bewältigung von Risiken des Klimawandels sowie Ökosysteme selbst zu stärken. Hierbei spielt das Konzept der Resilienz sowie der Vulnerabilität, also der Verletzlichkeit gegenüber Klimafolgen wie Dürren oder Hochwasser, eine wichtige Rolle.

In der Breakout Session „Anpassung an den Klimawandel“ wollen wir uns mit dem Thema Klimaanpassung und den Konzepten von Resilienz und Vulnerabilität befassen. Es sollen Fragen geklärt werden, auf welche Bevölkerungsgruppen bestimmte Maßnahmen abzielen und welchen Stellenwert das Thema soziale Gerechtigkeit dabei einnimmt. Ebenso werden wir unterschiedliche Ansätze der Klimafolgenanpassung, wie z.B. top-down vs. community-based oder naturbasierte vs. technologische Anpassung diskutieren.

Die ersten Anzeichen klimatischer Veränderungen sind bereits heute weltweit spürbar. Dementsprechend ist Klimaanpassung ein Themenfeld, das in den nächsten Jahren politisch sowohl national als auch international einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen wird. Länder des Globalen Südens fordern verstärkt finanzielle Unterstützung der reichsten Länder. Der Adaptation Gap Report 2020 zeigt, dass immer noch zu wenig Geld für Klimaanpassung bereitgestellt wird. Nur knapp ein Fünftel der Klimafinanzierung aus Deutschland unterstützt die Anpassung an den Klimawandel in ärmeren Ländern. Eine resiliente Klima- und Außenpolitik der neuen Bundesregierung muss hier neue konzeptionelle und finanzielle Impulse setzen. Ziel des Workshops ist es, politische Handlungsempfehlungen für das Thema Klimaanpassung zu entwickeln, die auch die Perspektive (globaler) sozialer Gerechtigkeit hinreichend berücksichtigen.

 

2. Gender mitdenken – Klimakrise bekämpfen

Die Klimakrise ist die globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts, für die die Politik heute effektive Lösungen finden muss. Lange wurde der Klimawandel dabei geschlechtsneutral behandelt und in der Klimapolitik nicht alle gesellschaftlichen Perspektiven mitgedacht.

Um die Klimapolitik der Bundesregierung in der nächsten Legislaturperiode und darüber hinaus resilienter zu machen, gilt es, eine Gender-Perspektive bei klimapolitischen Maßnahmen und Entscheidungen anzuwenden. Dies beinhaltet die unterschiedlichen Auswirkungen von Klimawandel auf Frauen und nicht-binäre Menschen und stellt Fragen wie:

    • Wie sind Frauen wirtschaftlich und sozial stärker von Dürren, Fluten oder ähnlichen durch den Klimawandel bedingten Katastrophen betroffen und wie kann die Bundesregierung diese Dimension mitdenken?
    • Wie werden gesellschaftliche Ungleichheiten und Diskriminierungen durch klimabedingte Extremsituationen vertieft, z.B. durch Ressourcenknappheit ausgelöste Konflikte oder verstärkte Armut durch wirtschaftliche Instabilität?
    • Welche Strukturen haben Frauen auf lokaler, nationaler oder globaler Ebene bereits geschaffen, um gegenderten Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken? Wie kann die Bundesregierung diese Strukturen unterstützen?
    • Wie können internationale Formate wie die jährliche COP neu gedacht werden, um die Perspektiven aller gesellschaftlicher Gruppen einzubeziehen?

Wenn diese gesellschaftlichen, oft lokalen Dimensionen in der Klimapolitik der Bundesregierung nicht mitgedacht werden, können nachhaltige, resiliente Lösungen nicht gewährleistet werden. In diesem Break-Out Room wollen wir daher Handlungsempfehlungen erarbeiten, die die Überschneidung von Gender und Klimawandel mitdenken, um deutsche Außenpolitik für die Zukunft zu stärken.

 

3. Towards a Transatlantic Climate Partnership: Wie Deutschland die Transatlantischen Beziehungen für eine resiliente Klima- und Energiepolitik gestalten sollte

Die Ankündigung der neuen U.S. Regierung unter Joe Biden die transatlantischen Beziehungen zu erneuern, ermöglicht eine verstärkte Zusammenarbeit mit Deutschland im Bereich der Klima- und Energiepolitik. Welcher Bedeutung sollte einer transatlantischen Klimapartnerschaft im Kampf gegen den globalen Klimawandel dabei zukommen?

Mit welchen Forderungen und Zugeständnissen sollte die zukünftige Bundesregierung, nach den Wahlen im September 2021, auf ihr US-amerikanisches Pendant zugehen? Welche Handlungsoptionen besitzen Deutschland und die USA bei der Ausformulierung von Klima Initiativen auf multilateraler Ebene? Dabei könnten eine Reihe von Faktoren entscheidend sein und das transatlantische Kooperationspotenzial beeinflussen: Die Streitigkeiten um den Weiterbau der Nordstream 2 Gaspipeline, die zunehmende Abhängigkeit von US-Energieimporten sowie (geo-)politische Machtverschiebungen. Darauf aufbauend möchten wir mit Expertinnen aus Politik und Wissenschaft und Teilnehmenden der Break Out Rooms Politikempfehlungen entwickeln, die zur außenpolitischen Resilienz Fähigkeit Deutschlands beitragen.

 

4. Entwicklungen zu einer emissionsarmen Gesellschaft und die Auswirkungen auf die deutsche Energieabhängigkeit

Nicht erst im Jahr 2020 gab es eine große politische Debatte um den Ausbau der Nord Stream 2-Pipeline. Der EU interne Konflikt übertrug sich dabei zunehmend auch auf die internationale Ebene, wie beispielsweise in Auseinandersetzungen mit der US-Regierung. Der Ausbau hatte dabei zum Ziel, die Energieversorgung der EU zu diversifizieren und deren Energieunabhängigkeit zu steigern.

Häufig vernachlässigt wird dabei, dass bereits im Zeitraum des Baus von Nord Stream 2 eine Energiewende begonnen hat und eine Diversifizierung der deutschen Energieversorgung stattfand. Diese Tendenz wurde durch technologische Innovationen sowie als Reaktion auf den Klimawandel vorangetrieben. Besonders Letzterer erfordert einen Umbau hin zu einer umweltfreundlichen Energieversorgung und -produktion, da diese einen Großteil der Emissionen erzeugt.

Im Rahmen des Workshops wollen wir mit euch besprechen, wie sich die zunehmende Diversifizierung der Energielieferanten auf die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Erdgas- und öl auswirken wird. Welche anderen Aspekte der deutsch-russischen Beziehung könnten sich durch einen Wandel in der Energienutzung Deutschlands verändern?

Wie kann der Ausbau nachhaltiger Technologien wie Photovoltaik und Windkraft diese Abhängigkeit senken? Und wie könnte Deutschland durch eine größere Unabhängigkeit seine Resilienz vor internationalen Krisen steigern?

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