Auf Einladung des EEAS zur EU Conference on Youth, Peace & Security in Brüssel

Ein Bericht von Julian Demmer

Welche Rolle spielen junge Menschen in Friedensprozessen, Konfliktprävention und Friedenserhaltung? Wie kann ihre Arbeit unterstützt werden? Und wie kann eine kontextualisierte Implementierung der UN-Resolution 2250 vorangetrieben werden? Diese Fragen spannten den Rahmen für die EU Conference on Youth, Peace & Security. Auch wenn viele der Diskussionen keine konkreten Antworten auf die Fragen gaben, etwa welche konkreten Mechanismen der Inklusion in Friedensprozessen bestehen und welche Funktion junge Menschen in Mediationsprozessen einnehmen, kann die Konferenz als Agenda Setting Erfolg gewertet werden.

Nicht nur war es gelungen, hochrangige Teilnehmer*innen wie den Präsidenten des Europäischen Parlaments, die hohe Vertreterin der EU für Sicherheits und Außenpolitik oder den UN-Untergeneralsekretär für Friedensförderung zu gewinnen. Es wurden ebenfalls konkrete Zusagen zur Stärkung des Themas von EU- und UN- Seite gemacht. Doch bis zur vollständigen Umsetzung der UN-Resolution ist es noch ein weiter Weg. Auf nationaler Ebene fordert Polis-Mitglied Elsa Benhöfer deshalb in ihrem Beitrag Friedensförderung braucht eine Verjüngungskur die Einrichtung eines “Forums 2250”.

Nach der Vorstellung der Kurzversion der Independent Progress Study on Youth, Peace, and Security – „the missing peace“ im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, ist vor der Implementierung der Resolution 2250. Vom 23.-24. Mai 2018 brachten der European External Action Service und das Europäische Parlament junge YPS Expert*innen und hochrangige Entscheidungsträger*innen zur EU Conference on Youth, Peace and Security zusammen.

Das Ziel der Konferenz war es das Thema YPS und die Implementierung der Resolution 2250 auf die Agenda der EU und ihrer Mitgliedsstaaten zu setzen. Hierzu wurden in verschiedenen Dialogrunden der positive Beitrag junger Menschen zu Konfliktprävention, Friedensprozessen und Friedenserhaltung (Sustaining Peace) diskutiert und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Der Tenor war dabei klar: Junge Menschen können einen sehr wichtigen Beitrag zur Friedensförderung auf allen Ebenen und in allen Phasen spielen.

Das Thema darf jedoch nicht losgelöst von den anderen Debatten diskutiert werden, sondern muss konsequent mitgedacht werden. „This is not a debate about youth, it is about peace. It is changing the way we think about inclusivity”, so Fernandez-Taranco, UN Assistant Secretary-General for Peacebuilding Support. Für die EU und ihre Mitgliedsstaaten ergibt sich daraus die Aufgabe, die Rolle junger Menschen im Bereich Frieden und Sicherheit zu verstehen und zu fördern, sowohl intern zur Erhaltung des relativen Friedens in Europa als auch extern in ihren Strategien und Praktiken der Gewaltprävention und Konflikttransformation.

Nachdem ein Momentum für das Thema geschaffen wurde, geht es nun um die kontextualisierte Implementierung der Resolution. Hierfür wurde der Aufbau und die Unterstützung regionaler, nationaler und lokaler 2250 multi-Akteurs Netzwerke empfohlen. Diese sollen neben Vertreter*innen der relevanten Ministerien und Expert*innen ebenfalls Vertreter*innen relevanter junger zivilgesellschaftlicher Organisationen umfassen, um gemeinsam einen Implementierungsplan zu erarbeiten. Im Anschluss an eine Gesprächsrunde zur Validierung der Konferenzergebnisse mit der hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, machte diese folgende Zusagen bezüglich des weiteren EU YPS Engagements: 

  • continue to create open spaces for young people to come together, build long-term relationships and directly engage the EU
  • expand this community with youth from Asia and Latin America
  • work on translating some of the proposals put forward by young people into projects by the EU, or by partners governments or local authorities
  • promote funding for youth work at all levels and pilot a youth consultation on thematic and country-specific EU policies.

Polis 180 arbeitet seit 2016 zum Thema 2250 und YPS. Im Rahmen des PeaceLab 2016 Prozess haben wir dazu beigetragen, dass die Bundesregierung UNSC 2250 als normativen Referenzrahmen ihrer Friedensförderung anerkennt. Außerdem konnten wir durch die European Consultation on YPS Input in die Independent Progress Study on YPS geben und waren durch den Validierungsworkshop in New York am Review Prozess der Studie beteiligt. Wenn du an der Implementierung in Deutschland mitarbeiten möchtest, dich für das Thema YPS interessierst oder an konkreten Projekten zur Unterstützung junger Akteure in Friedensprozessen mitarbeiten möchtest, komm zum nächsten Programmbereichstreffen Peace Support oder kontaktiere uns.

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