Fotocredit: Mathis Römer

8 März | WORLD CAFÉ:

Auf zu einer feministischen Außenpolitik!

Donnerstag, 8. März 2018

18:00-20:30 Uhr

Felleshus der Nordischen Botschaften

Zum internationalen Frauentag haben wir in Kooperation mit der schwedischen Botschaft und der Botschaft von Kanada ins Felleshus geladen, um über die Chancen einer feministischen Außenpolitik zu diskutieren. Zusätzlich zu Jennifer May, Gesandte und stellvertretende Leiterin der Botschaft von Kanada, und Johann Frisell, Gesandter und stellvertretender Leiter der schwedischen Botschaft, haben sich auch Karin Goebel, Leiterin des Referats für Menschenrechte und Genderfragen des Auswärtigen Amtes, sowie Dr. Moira Feil, Referentin für G7/G8/G20 aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bereit erklärt, sich den Fragen der ca. 70 Teilnehmer*innen zu feministischer Außen- und Entwicklungspolitik zu stellen. Nach kurzen Eingangsstatements der Expert*innen hatten die Teilnehmer*innen nach dem Konzept des World Café die Möglichkeit, in Kleingruppen mehr über die Ansätze der Länder und Ministerien zu erfahren – und diese kritisch zu hinterfragen.

Mit Expert*innen aus Schweden, Kanada und Deutschland hatten wir das Glück, eine große Bandbreite an st palitischen Ansätzen vertreten zu sehen. Schweden, mit der ersten feministisch deklarierten Regierung der Welt, verfolgt bereits seit drei Jahren einen umfassenden feministischen Ansatz in der Außenpolitik und konnte den Teilnehmer*innen an diesem Abend einen guten Einblick geben, wie man eine geschlechtergerechte Politik in multilateralen Verhandlungen und internationalen Organisationen umsetzen kann. Für Deutschland ist dies auch vor dem Hintergrund der Bewerbung um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat von Bedeutung.

Interessant war es beispielsweise, von Jennifer May über die Vorbereitungen Kanadas auf den G7-Gipfel zu hören. Unter Premierminister Justin Trudeau richtete Kanada vor allem seine Entwicklungspolitik vor einem Jahr feministisch aus (Canada’s Feminist International Assistance Policy). In der Vorbereitung auf den anstehenden Gipfel wurde die Regierung aktiv und setzte Geschlechtergerechtigkeit nicht nur als einen von fünf Punkten auf die Agenda, sondern legte sie auch als umfassenden Ansatz für alle Entscheidungen fest. Ziel ist dabei auch, dass eine feministische (Außen-)Politik von den teilnehmenden Nationen als Chance wahrgenommen wird.

Auch Deutschland rückt Frauen in seinen außenpolitischen Bestrebungen weiter nach oben auf die Agenda. In der Bewerbung um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat wurde die Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ sowie deren Nachfolge-Resolutionen als eine Priorität festgelegt. Die Vertreterinnen aus AA und BMZ gaben uns an diesem Abend auch die Möglichkeit, über verschiedene laufende Projekte der Außen- und Entwicklungspolitik zu sprechen und konnten den Teilnehmer*innen einen interessanten Einblick in die Arbeit innerhalb der Strukturen der Regierung geben.

Nach einer Abschlussrunde, in der die Teilnehmer*innen die deutschen Vertreterinnen dazu aufforderten, sich noch mehr für Fortschritte auf außenpolitischer Ebene in der Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen, erklärten die Expert*innen, welche Inhalte und Denkanstöße sie aus der Veranstaltung mitnehmen konnten.

Als Vertreterin der deutschen Sektion vom Center for Feminist Foreign Policy hielt Kristina Lunz eine Rede (“Wir brauchen keine Rosen zum Weltfrauentag”), in der sie zu einer aktivistischeren Diplomatie aufrief.

Während unserer Veranstaltung sind angeregte und anregende Diskussionen entstanden. Es wurden kritische Fragen gestellt und gemeinsam eine mögliche Zukunft der feministischen Außenpolitik erkundet. Alle Beteiligten versicherten, dass sie das Felleshus mit neuen Kenntnissen, Ideen und vor allem dem Wunsch nach Veränderungen in der Außenpolitik verlassen haben.

 

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