Workshop

Reproduktive Rechte in Europa: Einen Schritt vor, zwei zurück?

Dienstag, 19. Juni 2018

Schwarzkopf-Stiftung

Die (neu) entfachte Debatte um Paragraph §219a, das Referendum in Irland und die Abtreibungsdebatte in Polen haben wir, in Kooperation mit der Young Women International League for Peace and Freedom (WILPF), zum Anlass genommen, um in der Schwarzkopf-Stiftung über reproduktive Rechte in europäischer Perspektive zu diskutieren. Mit dem Ziel einen möglichst breiten Einblick in den Diskurs zu geben und Herausforderungen und Handlungsempfehlungen herauszuarbeiten, waren Expertinnen aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Bereichen vertreten. Neben Christiane Hoffmann-Kuhnt, Ärztin und Beraterin bei der Beratungsstelle Balance, Hanna Voß, Redakteurin bei der taz, stellten sich auch Stephanie Mia Schwanz, Aktivistin beim Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, und die Aktivistinnen von Dziewuchy Dziewuchom Berlin den Fragen der etwa 20 Teilnehmenden. Dadurch konnten wir an insgesamt vier Thementischen sowohl die medizinische, mediale, aktivistische und transnationale Perspektive beleuchten.

Zum Abschluss des Workshops stellten die Teilnehmenden die aufgekommenen Fragen an Terry Reintke, die für Bündnis90/Die Grünen Mitglied des Europaparlaments und unter anderem im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter vertreten ist. In unserem Gespräch, durch das die Journalistin Judith Langowsky (Tagesspiegel) führte, betonte Terry Reintke die Bedeutung zivilgesellschaftlichen und politischen Engagements für reproduktive Rechte angesichts eines europaweit erstarkenden Populismus. Auch berichtete sie von einem Zusammenschluss von Parlamentarier*innen der EU, welcher bereits die Vernetzung aktivistischer Gruppen fördert.

Während unserer Veranstaltung sind angeregte und anregende Diskussionen entstanden. Es wurden kritische Fragen gestellt und gemeinsam die Möglichkeiten, reproduktive Rechte auf europäischer Ebene zu verankern, erkundet. Eine breite gesellschaftliche Debatte über reproduktive Rechte muss angestoßen werden, insbesondere die Zugänglichkeit von Frauen zu Beratung und Abtreibung. Kritisch diskutiert wurde dabei auch der Mangel an Ärzt*innen, die Abtreibungen durchführen. Hier forderten die Teilnehmenden eine Verankerung der Lehre von Abtreibungstechniken und -methoden im Medizinstudium. Weiter wurde der Ausbau der staatlichen Finanzierung von Schwangerschaftskonfliktberatungen besprochen. Eine breite, europaweite Vernetzung erscheint zur Durchsetzung unserer reproduktiven Rechte jedenfalls äußerst wichtig!


Die Veranstaltung wurde organisiert durch den Programmbereich Gender und Internationale Politik.

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